Ein Bericht von Sandor Vandor

Politik, Vortrag & Information
Donnerstag, 15. November 2018
19.00 Uhr
Fürstenfeld
Museum Pfeilburg, Klostergasse 18
Veranstalter: Museum Pfeilburg
Telefon: 0664.6588986

Anlässlich des Gedenkjahres 2018 laden der Museumsverein Fürstenfeld und das Museum Pfeilburg zu einem Abend mit dem Holocaust Überlebenden Sandor Vandor ein: Im Frühjahr 1944 wurde Ungarn von Nazi-Deutschland besetzt - das Todesurteil für die meisten ungarischen Jüdinnen und Juden, einer davon ist Sandor Vandor, Jahrgang 1925. Von 1944-45 verbrachte er elf Monate als Zwangsarbeiter in einem Lager im slowenisch-ungarischen Grenzgebiet um mit hunderten anderen jüdischen Zwangsarbeitern Befestigungsanlagen und Panzergräben für die deutsche Wehrmacht zu errichten.Viele seiner Leidensgenossen überstanden diese Tortur nicht. Geschwächt und krank aufgrund der mangelhaften Ernährung und der schweren Arbeit konnte er nur überleben, weil Bewohner aus St. Anna und den Umgebungsgemeinden ihm und den anderen Zwangsarbeitern unter Einsatz ihres eigenen Lebens heimlich Essen zukommen ließen.

Er kehrte nach seiner Befreiung nach Ungarn zurück, sah sich jedoch gezwungen, in die USA auszuwandern, da der Großteil seiner Verwandten in den Vernichtungslagern ermordet worden war und er im Nachkriegsungarn keine Zukunft sah. Er ließ sich mit seiner Frau Anna zuerst in New York, später in Kalifornien nieder, wo er noch heute lebt. Im Jahr 2005 nahm Sandor Vandor mit Elisabeth Weinhandl, der Frau des damaligen Bürgermeisters von St. Anna am Aigen, Kontakt auf und es entwickelte sich eine tiefe Freundschaft. Seither besucht Sandor Vandor jedes Jahr im Herbst St. Anna. Ein großes Anliegen ist es ihm, so vielen Menschen wie möglich seine Überlebensgeschichte zu erzählen. - Freier Eintritt.